ProtonVPN Test: Schweizer Premium-Service mit hoher Transparenz

ProtonVPN

8 USD
8.1

Geschwindigkeit

9.0/10

Privatsphäre

9.3/10

Funktionsumfang

8.8/10

Kundenservice

7.1/10

Benutzerfreundlichkeit

6.2/10

Positiv

  • TOR/Onion Direktzugang über ProtonVPN-Server
  • Ausgezeichneter kostenloser Tarif - ohne Daten- & Zeitlimit
  • Hohe Transparenz inklusive Transparenzbericht
  • Killswitch erhältlich

Negativ

  • Komplexe Tarifstruktur
  • Gewisse Funktionen nur bei höherpreisigen Tarifen
  • Nur in englischer Sprache verfügbar
Verbindungen pro Konto10
Tarif (1 Monat) 8 USD
Tarif (12 Monate) 96 USD (pro Monat 8 USD)
Testmöglichkeiten Kostenloser Tarif verfügbar
Online Gaming
Geringe Latenzzeiten
Nutzung auf Spielekonsolen PlayStation, XBox
DDoS Schutz

Was verbindest du mit der Schweiz? Uhren, Geld und Schokolade? Zu diesen dreien typischen Schweiz-Klischees kannst du gleich noch eines hinzufügen: verschlüsselte Kommunikation. Neben dem weltweit bekannten E-Mail-Dienst ProtonMail ist seit 2017 auch das von CERN- und MIT-Wissenschaftlern entwickelte ProtonVPN in der Schweiz zuhause. Kann dieses ebenso überzeugen wie beispielsweise die Schweizer Luxusuhren? Wir haben den ProtonVPN Test gemacht und können euch eine Antwort auf diese Frage geben.

Top: zeitlich unbegrenzter Gratis-Tarif

Gleich mal vorweg: ProtonVPN hat den generellen Vorteil, dass es das Service auch als kostenlosen Tarif gibt. Und zwar nicht nur testweise und für kurze Zeit, sondern quasi „für immer“ und auf allen Geräten. Auch auf Routern oder Spielekonsolen. Erfreulicherweise gibt es bei diesem Tarif kein Datenlimit, allerdings kannst du nur Server in Japan, den Niederlanden und USA für die Verbindung wählen. Tatsächlich limitiert ist unserem ProtonVPN Test nach aber die Geschwindigkeit, welche mit 5.120Kbit/s ihr Maximum erreicht. Das reicht aus, um beispielsweise YouTube-Videos anzusehen.

Kostenloser Tarif aber nicht ideal für Filesharing & Streaming

Die eingeschränkte Server-Anzahl beim kostenfreien Tarif hat aber natürlich Nachteile: Wenn viele Nutzer unterwegs sind, kommt es zu Spitzen und damit auch zu Überlastungen. Sprich: Die Geschwindigkeit muss dran glauben. Wenn du also ein VPN für Streaming oder Filesharing suchst, ist das kostenlose ProtonVPN sicher nicht die passende Wahl. Bei den bezahlten Versionen ist dies aber sicherlich anders. Auch wenn der kostenlose Tarif also einige Nachteile bzw. Limitierungen aufweist: Er ist unserer Meinung trotzdem der momentan beste Service, für den man nicht bezahlen muss!

Kostenlose ProtonVPN Server - Überlastet!

„Kleiner Bruder“ von ProtonMail

ProtonVPN stammt aus der Schweiz. Ebenso wie sein „großer Bruder“ ProtonMail. Diesen verschlüsselten E-Maildienst gibt es bereits seit einigen Jahren und er erfreut sich international größter Beliebtheit – mehr dazu erfährst du im ProtonMail Testbericht. 2017 haben die Macher des Mail-Services, die übrigens aus der Wissenschafts-Hochburg CERN stammen, dann ProtonVPN ins Leben gerufen. Passt ja vom Thema her gut dazu, das Team möchte die Privatsphäre seiner Nutzer möglichst umfassend schützen.

Schweiz als Standort bietet ausgezeichneten Datenschutz

Dass die Schweiz Standort von ProtonVPN ist, hat wesentliche Vorteile im Hinblick auf dieses Ziel. Transparenz wird beim Anbieter groß geschrieben und durch die Verfassung der Schweiz unterstützt. Selbst die Tatsache, dass US-Urheberrechtsschützer vom Staat verlangen, Daten von Privatpersonen bei vermeintlichen Verstößen gegen das Urheberrecht herauszugeben. Prinzipientreu wie die Schweiz nun mal ist, hat sie sich bis jetzt erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt. Aus etlichen einschlägigen Gerichtsverfahren ist sie erfolgreich hervorgegangen. Hoffen wir, dass dies auch so bleibt – und wir nicht bald wie in Deutschland Angst vor Abmahnungen etc. haben müssen!

Eigener – freiwilliger – Transparenzbericht legt alles offen

Außerdem steht ProtonVPN Rede und Antwort zu Auskunftsansuchen und auch den entsprechenden Antworten darauf. Hierfür gibt es einen eigenen Transparenzbericht, du kannst dort auch direkte Anfragen stellen. Eine wirklich tolle Sache, die nicht selbstverständlich ist.

Server leider mittlerweile auch gemietet

ProtonVPN legt Wert auf die Wahrung der Anonymität seiner Nutzer und hat alleine schon durch seinen Standort einen Vorteil. Allerdings greift der Anbieter nun doch auch auf gemietete Server zurück. Anfangs waren es nur eigene Server. Das Problem gemieteter Server ist, dass die Hoster dieser im jeweiligen Land eventuell zur Datenerfassung und auch Weitergabe bei Behördenanfragen verpflichtet sein könnten. Natürlich nicht optimal für deine Privatsphäre. Umgekehrt bieten mehr Server – derzeit sind es über 450 in 34 Ländern (Stand August 2019) – natürlich auch mehr Leistung (Achtung: Alle Server stehen nur zahlenden ProtonVPN-Kunden zur Verfügung!).

ProtonVPN arbeitet mit OpenVPN

Die Verschlüsselung der Daten findet bei ProtonVPN mit AES-256 statt. Dabei handelt es sich um den üblichen OpenVPN Standard (und nicht mehr, wie der Anbieter zu überzeugen versucht). Die Implementation von OpenVPN wurde aber gemäß unseren Tests jedenfalls sicher und einwandfrei durchgeführt, angefangen bei der Authentifizierung bis zur Datenübertragung.

Anwendungen

ProtonVPN Software ist für folgende Geräte verfügbar:
  • Windows
  • MacOS
  • Linux
  • Android
  • iOS

Zusatzfunktionen von ProtonVPN

TOR/Onion-Anbindung (nur bei teureren Tarifen!)

Dass ProtonVPN eine TOR-Anbindung bietet, ist toll und nicht selbstverständlich. Eine Vielzahl anderer Anbieter kann nicht damit aufwarten. Mit diesem Feature kannst du dich direkt über einen ProtonVPN-Server mit dem Onion-Netzwerk verbinden. Du bist also mit nur einem Klick sicher z. B. im Darknet unterwegs. So umgehst du auch erfolgreich eine Schwachstelle im TOR-Netzwerk, die Behörden verwenden können … Eine sehr gute Sache – wenn man nicht extra dafür zahlen müsste. Das ist dann doch etwas überzogen, finden wir.

ProtonVPN Secure Core

ProtonVPN hat eine eigene Funktion, um Netzwerkattacken abzuwenden. Der Anbieter nutzt hierfür die sogenannte Secure Core Architektur, wo der Datenverkehr über mehrere Server geroutet wird, bevor er das VPN-Netzwerk verlässt. Deine wirkliche IP-Adresse bleibt so komplett geheim, was in Zeiten von Massenüberwachung natürlich ein Vorteil ist. Allerdings gibt es Secure Core Server nur in der Schweiz, Island und Schweden. Im Hinblick auf die dortigen strengen Gesetze sehr gut, aber es entsteht eine starke Limitierung. Auch diese Funktion ist leider nur bei den Premiumtarifen dabei.
ProtonVPN Secure Core
ProtonVPN Secure Core

ProtonVPN Preise

Eigentlich setzen die meisten VPN-Anbieter momentan auf eine einfache, schlanke Tarifstruktur. 2, 3 Tarife mit nicht allzu vielen Unterschieden, damit der Kunde sich bei seiner Entscheidung leichter tut. ProtonVPN bildet hier eine Ausnahme: Die Tarifstruktur ist schon komplex und beinhaltet viele Optionen. Neben dem wirklich nicht schlechten kostenlosen Tarif gibt es auch noch folgende (inklusive 30-Tage-Rückgabegarantie):
  1. BASIC (max. 2 Verbindungen, alle Serverstandorte, P2P): $ 5.00 monatlich, jährlich $ 48.00 (Ersparnis von $ 12.00).
  2. PLUS (max. 5 Verbindungen, alle Serverstandorte, P2P, TOR-Anbindung, Secure Core, Secure Streaming): $ 10.00 monatlich, jährlich $ 96.00 (Ersparnis von $ 24.00)
  3. VISIONARY (das „Businessmodell mit bis zu 10 Verbindungen und sämtlichen Features): $ 30.00 monatlich, jährlich $288 (Ersparnis von $72.00)

ProtonVPN Test Fazit

ProtonVPN kann mit einigen Vorteilen aufwarten, ist aber kein VPN-Spitzenreiter. Denn tatsächlich tolle Funktionen wie die TOR-Anbindung oder Secure Core sind nur bei teureren Tarifen möglich. Du musst ordentlich in die Brieftasche dafür greifen, wenn du bestens ausgestattet sein möchtest. Bei einigen anderen Anbietern erhältst du mehr für dein Geld bzw. mehr Funktion für weniger Geld. Stichwort Geld: Wenn die Tarifgestaltung auch komplex und höherpreisig ist – ProtonVPN hat den einzigartigen Vorteil, einen wirklich guten, dauerhaft kostenlosen Service anzubieten. Ohne Datenlimit!

Erstellt am:26. August 2019

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