Amazon, Microsoft und IBM: Stopp von Gesichtserkennung für 1 Jahr

Manche negativen Ereignisse haben auch ihr Gutes: So hat die Verwendung von Gesichtserkennungs-Technologie bei den US-Protesten 2020 dazu geführt, dass Amazon, Microsoft und IBM den Verkauf bzw. überhaupt die Weiterentwicklung ihrer Gesichtserkennungs-Technologien gestoppt haben.

Einsatz von Gesichtserkennung zusammen mit Drohnen & Körperkameras

Wie bekannt fanden letztes Jahr in den USA immer wieder groß angelegte Demonstrationen und Proteste statt. Dabei haben die Strafverfolgungsbehörden Berichten zufolge Gesichtserkennungstechnologie in Kombination mit militärischen Drohnen und Körperkameras eingesetzt. Wie diese Informationen verwendet wurden oder in Zukunft verwendet werden, bleibt unbekannt. Ein ganz klarer Fall von staatlicher Überwachung, der für die erfassten Personen extrem negative Folgen haben könnte!

Gesichtserkennung Niemand weiß, was mit diesen Informationen passiert!

Denn es ist wirklich besorgniserregend, dass es keine regulatorischen Maßnahmen für den Einsatz von Gesichtserkennung gibt. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und verwendet oft große Datenbanken mit Fotos, um Übereinstimmungen herzustellen. Unnötig zu erwähnen, dass die Methoden fragwürdige Ergebnisse liefern, da die Genauigkeit bestenfalls unterdurchschnittlich ist. Immer wieder werden unschuldige Bürger durch derartige Fehlergebnisse plötzlich zu Kriminellen. So liefern Algorithmen des FBI laut Government Accountability Office in 14 Prozent aller Fälle ungenaue Ergebnisse. Darüber hinaus werden mit höherer Wahrscheinlichkeit Schwarze falsch identifiziert. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt …

Zumindest kurzfristiges Aus bei den IT-Giganten

Immerhin sind offensichtlich aber auch die größten US-IT-Konzerne alarmiert bzw. sahen sich zumindest dazu gezwungen, zu reagieren: Als Reaktion auf die Situation gab Microsoft als erstes bekannt, dass es seine Gesichtserkennungstechnologie nicht mehr an die Polizei verkaufen wird. Sowohl Amazon als auch IBM folgten ihrem Konkurrenten. Erstere kündigten an, die Technologie für ein Jahr aus der Nutzung durch die Strafverfolgungsbehörden einzufrieren, während letztere bekanntgabe, sie würden die Gesichtserkennung überhaupt nicht mehr entwickeln oder erforschen.

Clearview nach wie vor stark im Kommen

Insbesondere bedenklich ist aber nach wie vor die Clearview Gesichtserkennung, welche auf Basis von rund 3 Mrd. im Internet zusammengesammelten Fotos arbeitet. Das Unternehmen macht keinen seriösen Eindruck und hat ein extrem hohes Potenzial für Missbrauch. Außerdem ist eine Sammlung derart vieler Daten ein Verstoß gegen Nutzungsbedingungen und den Datenschutz. Einige Behörden haben zwar bereits die Zusammenarbeit mit Clearview beendet – aber es gibt das Unternehmen nach wie vor. Eine ernsthafte Bedrohung unser aller Privatsphäre!


Erstellt am: 24. Januar 2021

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