Anzeige gegen A1 wegen Kundendaten-Speicherung über Jahre

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Datenskandale auftauchen. Nicht nur Gigant Facebook steht im Kreuzfeuer der Kritik, auch in Österreich gibt es einen schwerwiegenden Datenmissbrauchs-Verdacht: Dieser Tage wurde durch den bekannten Anwalt Ewald Scheucher gegen A1 Telekom bei der österreichischen Datenschutzbehörde eine Anzeige eingebracht. Darin wird dem Konzern vorgeworfen, Kundendaten unberechtigterweise jahrelang gespeichert zu haben. A1 hat als Reaktion auf die Anzeige seine interne Revision zur Aufklärung eingeschaltet.

Namhafte Kunden, fragwürdige Internetseiten …

Konkret wurden laut der Anzeige Daten zu zehntausenden Kunden aus den Jahren 2013, 2014, 2015 und darunter „ohne gesetzliche Grundlage, ohne Einwilligung der Betroffenen und zeitlich unbegrenzt” gespeichert, schreibt der Kurier. Betroffen seien neben Kunden von A1 auch jene von Bob und Red Bull Mobile. Darunter Privatpersonen genauso wie Businesskunden – beispielsweise die ÖBB, politische Parteien, Anwaltskanzleien, Versicherungen oder das Rote Kreuz, um nur einige zu nennen. Laut Kurier ist die Kundenliste ganze 700 Seiten lang … Der Kurier konnte nach eigenen Angaben eine Datei mit über 14.000 Fällen einsehen, die auch Standorte der Kunden und sogar abgerufene Internetadressen beinhaltete! Und wie wir alle wissen, können solche Infos schon auch mal pikant werden. So auch hier – in den Fällen wurden nämlich beispielsweise auch besuchte Pornoseiten eines Firmenkunden angezeigt …

Wie sieht die Rechtslage aus? Was dürfen Unternehmen?

Klingt ziemlich heftig, oder? Wie sieht aber tatsächlich die Rechtslage zum Thema Speicherung von Kundendaten aus? Was dürfen Unternehmen und was nicht? An sich dürfen Kundendaten nur für drei bis sechs Monate gespeichert werden. Ausnahmen ergeben sich in strittigen Fällen oder Verfahren bzw. auch Rechtsstreitigkeiten, beispielsweise wenn Rechnungen beeinsprucht werden. Aber die Speicherung mehrere Jahre lang lässt sich auch damit nicht erklären und es entsteht eine Datenschutz-Verletzung beim Kunden. Anwalt Scheucher sieht die Speicherung von bis zu fünf Jahren, wie es bei A1 der Fall war, auf Anfrage des Kuriers als „illegal“ an.

A1 ist „um Aufklärung bemüht“ & hat interne Revision eingeschaltet

Zustande kommt diese Speicherung von Daten angeblich dann, wenn ein Kunde sich beschwert. Dann wird ein Bearbeitungsfall angelegt, in dem sämtliche Daten zusammengesammelt werden. Und schon haben wir die unrechtmäßige Speicherung! Die Nachricht über die Anzeige schlug natürlich Wellen. A1 reagierte mit einer Stellungnahme an den Kurier, in dem es Aufklärung und ggf. auch entsprechende Maßnahmen versprach. Die Interne Revision des Unternehmens nimmt sich der Sache an.

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