COVID-19: VPNs stehen bei US-Colleges hoch im Kurs

In Zeiten wo Studenten nicht auf den Unis, sondern zuhause lernen, gewinnen auch VPNs eine ganz neue Bedeutung. Denn für das Fernlernen bedarf es neuer VPN-Verbindungen für die Fernzugangsnetzwerke. An diesen arbeiten die IT-Abteilungen der Colleges intensiv, um allen Studenten Zugang zur Uni von zuhause aus zu ermöglichen. Die Herausforderungen des Lernens von morgen sind aber nicht zu unterschätzen, wie ein Blick in verschiedene US-Bildungseinrichtungen zeigt.

Online Bildung

College Holy Cross registriert höhere VPN-Server-Nachfrage

Ein Beispiel für den erhöhten Bedarf an VPN ist das College of the Holy Cross in Worcester, Mass. Dort wurden nun zusätzliche VPN-Benutzerlizenzen für Studenten und Mitarbeiter hinzugefügt, die jetzt von zu Hause aus arbeiten. Laut dem CIO des Colleges, wurde auch die Kapazität der VPN-Server erhöht: „Wir erkennen hier definitiv eine höhere Nachfrage.“

Equipment als große Herausforderung

Um das Lernen von zu Hause aus zu ermöglichen, nutzt das College Cloud-basierte Dienste wie Google Meet, Panapto (für Videoaufzeichnungen) und Zoom für Videokonferenzen. Damit lässt sich gut arbeiten. Eine größere Herausforderung ist es, das passende Equipment wie Chromebooks oder andere Geräte für die Studierenden sowie ausreichend Hot-Spot-Geräte zu beschaffen. Diese stellen sicher, dass auch Schüler, die zu Hause über keinen Breitband-Internetzugang verfügen, sich verbinden können.

Hohe Bandbreite notwendig

Aber selbst Studenten, die zu Hause einen Internetzugang haben, werden teilweise immer noch mit Problemen bei der Verbindung von Wechsel-Videos und Klassendiensten konfrontiert, die eine hohe Bandbreite erfordern. „Familien müssen möglicherweise koordinieren, wer online arbeitet und für welche Inhalte, wobei der synchronen Arbeit in der Schule Priorität eingeräumt werden muss“, so der College-CIO.

Die USC ist gut aufgestellt – aber nicht in Sachen VPN-Server-Kapazität

Das IT-Team der University of Southern California hatte Glück im Unglück, als die Studenten nach Hause geschickt wurden, um das Semester dort abzuschließen: „Die im Januar abgeschlossene vollständige Überarbeitung unseres Netzwerks konnte der gestiegenen Nachfrage gerecht werden“, sagt Douglas Shook, der CIO der USC. „Wir hatten Glück, dass wir vor COVID-19 in unsere Netzwerke investiert haben.“ Shook sagt, die Schule habe im Herbst Unternehmenslizenzen für Zoom und Slack unterzeichnet, diese Ressourcen waren also zum Zeitpunkt des Ausbruchs für das Fernstudium vorhanden. Aber es hapert trotzdem an einem Upgrade: in erster Linie an VPN-Server-Kapazität, um die Anforderungen von Lehrkräften und Mitarbeitern zu erfüllen, die von zu Hause aus arbeiten.

Anzahl der VPN-Ports musste vervierfacht werden

Die Studenten nehmen jetzt online am Unterricht teil. Live-Vorlesungen laufen über Zoom, Kursmaterialien über die Blackboard-App. Den Bedarf an letzterer hat das College massiv unterschätzt. Entsprechend musste die Anzahl der VPN-Ports vervierfacht werden. „Wir haben uns binnen weniger als einer Woche auf unsere ersten reinen Online-Kurse vorbereitet“, so Shook. „Wir bauen weiterhin kontinuierlich Kapazität, Dokumentation, Support, Helpdesk-Kapazität etc. auf“.

Studenten verfügen tw. nur über schwache Internetverbindungen

Eine Umfrage unter den Studenten vor dem Home Schooling ergab, dass einige von ihnen zu Hause nur über schwache Internetverbindungen verfügen. Deswegen arbeitet das College auch daran, dieses Problem zu beheben, beispielsweise durch drahtlose Hotspots. Darüber hinaus investierte die USC in Software für Online-Tests und investierte Zeit in die Erstellung von Online-Schulungen, Dokumentation und Helpdesk-Support.

VPN-Upgrades auf der San Jose University

Die San Jose State University und ihre 40.000 Studenten sowie Mitarbeiter profitierten von einem bereits laufenden Netzwerk-Upgrade. Dadurch konnten sie sich rasch an die Anforderungen des Online-Lernens anpassen. Das IT-Personal benötigte etwa vier bis fünf Tage, um VPNs zu aktualisieren und zusätzliche Lizenzen für Online-Lernplattformen zu erwerben. „Wir hätten das auf keinen Fall geschafft, wenn wir diesen Prozess nicht vor drei Jahren begonnen und uns mit den notwendigen Heimarbeits-Technologien befasst hätten, um von überall aus arbeiten zu können“, so CIO Bob Lim, CIO der Universität.

Steigerung auf 10.000 gleichzeitige Verbindungen zu VPN-Client

Wie viele andere Colleges rüstete auch San Jose seinen VPN-Zugang auf. Das Team installierte eine neue Firewall-Appliance von Cisco, wodurch die VPN-Unterstützung für den Fernzugriff der Universität auf 10.000 gleichzeitige Verbindungen zu AnyConnect VPN-Clients erhöht wurde. Der Leiter der Netzwerkdienste führt die Anzahl der Verbindungen allerdings nicht spezifisch auf Corona zurück, sondern als generelle Unterstützung zur Bewältigung der „Work-from-Anywhere“-Szenarien. Vor der Schließung der Uni lag der Durchschnitt bei 70 bis 100 gleichzeitigen Sitzungen. Danach stieg diese Zahl durch die vermehrte Heimarbeit auf etwa 500.

Sicherer VPN-Zugang auch für kritische Bereiche unumgänglich

Während viele Studenten den VPN-Zugang für regelmäßiges Lernen im Online-Klassenzimmer oder für Videokonferenzen nicht benötigen, untersucht die Uni nun aber, ob Studenten in den Labors von unterwegs auf ihre Arbeit zuzugreifen können müssen. Einige Universitätsbereiche, wie z. B. medizinische Einrichtungen, benötigen aufgrund der HIPAA-Bestimmungen ebenfalls den zusätzlichen sicheren Zugang.

Unsicherheitsfaktor Dauer der Heimarbeit

Das Ziel des VPN-Upgrades sei es, sicherzustellen, dass Mitarbeiter und Studenten die identische Netzwerkerfahrung haben, unabhängig davon, ob sie sich im VPN oder im Campusnetzwerk befinden. „Die 10.000 Verbindungen gehen weit über das hinaus, was wir tatsächlich benötigen, aber die Realität ist, dass wir nicht wissen, wie lange die Situation bestehen bleibt“, so Silberman. „Wir untersuchen, wie wir die Erfahrungen aus dem Labor auf Wohnungen ausdehnen können – und auch das wird von VPN abhängen.“ Ein sicherer Zugriff sei in sehr vielen Bereichen absolut unumgänglich.

Lernen der Zukunft wird auf VPN angewiesen sein

Durch die Coronakrise werden sich die Lehr- und Lernmethoden massiv ändern – darauf muss das Netzwerk der Zukunft optimal vorbereitet sein. Viele Menschen sind bspw. der Meinung, dass die Supportsysteme auf dem Campus untergebracht werden müssten. Mithilfe eines sicheren VPNs könnten diese Aufgaben aber auch aus größerer Entfernung erledigt werden. „Wir sind dabei, nicht wesentliche Bereiche oder Bereiche, die nicht regelmäßig mit Studenten zu tun haben, zu verlagern und sie zu verlegen, damit der Campus bzw. das dortige Lehren und Lernen stärker auf die Studenten ausgerichtet werden kann“, so Lim.

Weitere Bereiche, mit denen sich das IT-Team in den letzten Wochen befasst hat, sind

  • Schulung von Mitarbeitern, Lehrern und Studenten im Umgang mit Online-Tools wie Zoom oder dem Lernmanagementsystem Canvas by Instructure gehören.
  • Übertragung von Desktop-Telefonnummern auf Mobiltelefone von Mitarbeitern
  • Unterstützung der Studenten bei der Ausstattung mit Geräten wie Chromebooks, Webcams, Mikrofonen und anderen Computern für einen sicheren Zugang zum Uni-Netzwerk

Erstellt am:29. September 2020

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