Datenschutzgrundverordnung trifft auch viele Kundenkarten

Flattern dir jetzt auch beinahe tagtäglich E-Mails oder Briefe bzgl. einer neuen Datenfreigabe ins Haus? Knapp ein Monat vor Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung ersuchen viele Unternehmen die Besitzer ihrer Kundenkarten, eine neuerliche Vereinbarung zu unterschreiben, da die nunmehr strengeren Gesetze dies erfordern. Derartige Aufforderungen bzw. Schriftstücke solltest du dir aber unbedingt genau anschauen, die Herausgabe persönlicher Daten sollte niemals unüberlegt erfolgen!

Hand aufs Herz: Du hast sicherlich auch etliche Kundenkarten in deiner Geldbörse oder auch in einer praktischen App. Wie viele du davon wirklich nutzt bzw. dir etwas bringen, ist allerdings eine andere Frage. Prinzipiell sind Kundenkarten bei Herrn und Frau Österreicher sehr beliebt, wie der Konsumentenschutz erhoben hat: Durchschnittlich besitzen wir fünf Kundenkarten, 75 % der Österreicher haben zumindest ein Stück.

DSGVO regelt Umgang mit persönlichen Daten ganz genau

Du hast für deine Kundenkarten bei Vertragsabschluss eine Vereinbarung unterschrieben. Viele dieser Vereinbarungen sind aber nicht mit den strengen Vorgaben des DSGVO konform. In diesem neuen Gesetz wird ganz genau geregelt bzw. erfasst, zu welchem Zweck Firmen persönliche Daten u.a. ihrer Kunden speichern, wie lange sie dies tun dürfen oder auch, warum und an wen derartige Daten weitergegeben werden. Also wirklich sehr detailliert – was endlich unser aller Daten besser schützt (man denke nur an Facebook & dessen laxen Umgang mit Nutzerdaten …). Den Unternehmen drohen nämlich für einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung Strafen von bis zu 4 % des Jahres-Gesamtumsatzes! Das erhöht die Motivation natürlich ganz ungemein.

Unternehmen wollen Kundendaten weiterhin nutzen dürfen

Es ist also kein Wunder, dass sich Betriebe auch im Hinblick auf ihre Kundenkarten absichern möchten. Verlieren möchten sie die Kunden bzw. deren Daten wie Adresse oder Telefonnummer natürlich nicht, weil diese für Werbezwecke sehr wertvoll sind. Also werden eben die Aufforderungen zwecks neuerlicher Unterfertigung verschickt. Wenn du diese dann neu unterschreibst, steht dem jeweiligen Unternehmen nichts mehr im Wege, deine Daten zu nutzen!

Schau genau – deine Daten sind wertvoll!

Dieses Vorgehen ist natürlich legal – trotzdem solltest du die neuen Vereinbarungen nicht so ohne Weiteres unterschreiben. Davon raten auch Konsumentenschützer eindringlich ab, die momentan mit sehr vielen Anfragen zur DSGVO beschäftigt sind. Was also tun? Überlege dir, ob die Rabatte etc. der Kundenkarte dir wichtig sind und du dafür deine Daten herausgibst. Handelt es sich ohnehin um eine Karte, die du noch nie verwendet hast, entscheidest du dich besser für Datenschutz und gegen das Kundenbindungsprogramm.

Eigentlich eine ganz einfache Rechnung, oder? Und wenn du dir so gar nicht sicher bist, kannst du dich auch an den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer wenden, der dich gerne berät. Du bist nicht der Einzige mit ganz vielen Fragen zur DSGVO. Neben Privatpersonen haben auch Unternehmen selbst ihre liebe Not mit der neuen Verordnung und allen damit einhergehenden Verpflichtungen.

Quelle: ORF 

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