Vorinstallierte Apps – laut Experten Sicherheitsrisiko

Du hast sie nie selbst installiert, sie sind aber trotzdem auf deinem Android Smartphone: Crapware und Bloatware sind vorinstallierte Apps, vor denen Sicherheitsforscher jetzt eingehend warnen. Und das gleich aus mehreren Gründen!Vorinstallierte Apps auf Android Smartphones

Konkret geht es vor allem um deine Privatsphäre. Denn nicht nur, dass vorinstallierte Apps deinen Speicher aussaugen, sie senden auch Daten und verfügen automatisch über viel zu umfassende Berechtigungen. Dagegen möchten jetzt 50 Bürgerrechtsoranisationen, darunter Amnesty International, die Digital Rights Foundation, das Tor-Projekt und Privacy International angehen. In einem ersten Schritt haben sie Sundar Pichai, seines Zeichens Boss von Alphabet, einen Brief geschrieben. Dieser verlangt einige Änderungen von Google, um die User besser zu schützen.

Vorinstallierte Apps – was hat es damit auf sich?

Wie bereits der Name verrät, erwirbst du mit deinem Android-Phone quasi auch gleich direkt diese Apps. Sie sind von vornherein am Handy inkludiert. Aber nicht, weil sie so dringend benötigt werden. Sie tragen nicht wirklich zur Funktionalität des Handys bei. Das kann WhatsApp genauso sein, wie Tracker oder Werbeservices. Die laufen dann unbemerkt im Hintergrund und können alles Mögliche anstellen …

Wem bringt die Bloatware etwas?

Natürlich steckt auch hier ein Geschäftsmodell dahinter und das schon seit ziemlich langer Zeit. Denn die Handy-Hersteller gehen Partnerschaften mit Firmen ein, die dann eben ihre Apps gleich mitliefern dürfen. Ohne dass du als User dich jemals tatsächlich dafür entschieden hast. Diese Apps brauchen aber natürlich Platz am Gerät – da kann es dann schon mal passieren, dass 30 % oder mehr deines Speicherplatzes von der unliebsamen Bloatware belegt ist …

Was hat das aber mit deiner Privatsphäre zu tun?

Ganz einfach: Android-Handys verweisen auf „Google Play Protect“ und behaupten damit, dass Apps aus dem Play Store viel sicherer sind und App-Betrüger keine Chance haben. Denn, so Google, die Play Store Apps unterliegen „strengen Sicherheitstests“. Wer die nicht besteht, darf seine App erst gar nicht anbieten. Und hier kommt auch das große ABER: Forscher haben festgestellt, dass unglaubliche 91 % vorinstallierte Apps auf Android Phones NICHT über den Google Play Store angeboten werden! Das heißt: Der von Google vielgepriesen Schutz durch strenge Kontrollen wird hier überhaupt nicht durchgeführt. Geschäftspartner haben offensichtlich andere Rechte …

Du hast deine Berechtigungen nicht selbst in der Hand!

Eine derartige vorinstallierte App birgt jede Menge Risiken, von denen du überhaupt nichts weißt. So können diese Apps im Hintergrund deine Daten absaugen, weiterleiten, für Werbezwecke nutzen etc. Außerdem haben sie von vornherein meist Zugriff auf Kamera, Standort oder Mikro. Jüngstes Beispiel, dass derartige Dinge nicht aus der Luft gegriffen sind, ist Samsung: Wie vor Kurzem herauskam ist auf allen Smartphones des Anbieters eine App namens „Device Care“ vorinstalliert. Und in keiner guten Absicht: Denn „Device Care“ übermittelt die Daten der User an eine chinesische Firma, die kein Unbekannter in Sachen mangelndem Datenschutz ist.

Was fordern das Tor-Projekt, Amnesty & Co von Alphabet?

Grundtenor der Forderungen ist der verstärkte Schutz der Privatsphäre der User. So sollen auch die vorinstallierten Apps genau wie jede andere App im Google Playstore geprüft werden. Dabei geht es vor allem auch um die Berechtigungen, welche die Apps haben. Du als User sollst außerdem die Möglichkeit haben, die Apps ganz einfach selbst zu löschen. Und das für immer. Sollte es dennoch dazu kommen, dass App-Betreiber Datenmissbrauch betreiben, dürfen sie nicht mehr zertifiziert werden. Also lauter sinnvolle Maßnahmen für unser aller Privatsphäre! Du kannst dich auch persönlich dafür stark machen, indem du die Online-Petition von Privacy International unterschreibst.

Checke deine Apps regelmäßig!

Von Google selbst gibt es bis dato keine Reaktion. Aber das wird sicher noch kommen. Wir halten dich auf dem Laufenden! Bis dahin: Schau doch mal deine Apps durch – benötigst du sie tatsächlich? Gibt es welche, die du weder kennst, noch brauchst? Dann weg damit, sofern möglich! Es kann nämlich durchaus noch viel schlimmer kommen, und hast beispielsweise eine Spionage-App auf deinem Gerät … Also immer Augen auf!


Erstellt am:12. Januar 2020

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