Smart TV: Der Spion im Wohnzimmer

Smart TV-Geräte mögen praktisch und komfortabel sein – sicher und Datenschutz-freundlich sind sie allerdings absolut nicht. Vom Mithören übers Mitfilmen bis hin zum Sammeln und gar Weiter-Verkaufen persönlicher Daten reicht die Palette der Missstände. Das ist zwar schon länger bekannt, aber es schadet nicht, sich nochmals die größten Sicherheitslücken ins Gedächtnis zu rufen. Und diese schnellstmöglich zu beseitigen!

Smart TV Smart TV können Hackern & Co Zutritt verschaffen

Kaum jemand, der heute noch kein Smart TV zuhause stehen hat. Schließlich sind das Streamen und Nutzen diverser Apps mit diesen praktischen Geräten so richtig angenehm. Obendrein muss man oft nicht mal mehr die Fernbedienung bemühen, ein Sprachbefehl reicht aus und das Fernsehvergnügen läuft wie am Schnürchen. Zeitgleich läuft aber auch die Spionagemaschinerie voll an. Denn Alexa, Siri & Co zeichnen viele Sprachsequenzen munter mit auf, teilweise sogar ohne dass jemals das Aktivierungswort gefallen wäre. Privatsphäre sieht anders aus! Neben der Spionage können derartige Geräte aber dazu genutzt werden, sich über das Internet Zutritt ins Haus zu verschaffen …

ACR: Dein Nutzungsverhalten steht unter Beobachtung

Viele der smarten TV-Geräte verfügen über die sogenannte Automatic Content Recognition (kurz ACR), welche Content automatisch erkennt. Auch dahinter verbirgt sich ein gravierendes Problem: Denn das Smart TV versorgt dich nicht einfach so mit passenden Inhalten, die dir gefallen könnten. Es schaut sich hierfür deine Sehgewohnheiten und dein Nutzungsverhalten ganz genau an. Was du ansiehst, welche Apps du nutzt, wie lange etc. Und natürlich werden diese Infos auch gespeichert. Könnte also gut sein, dass dein Fernseher dich genauer kennt als du selbst. Und nicht nur der: Auch Werbetreibende freuen sich über derartige Daten. Samsung (der die ACR-Praktiken auch in seinen Nutzungsbedingungen so beschreibt) preist diese (deine!) Daten sogar explizit an …

Daten werden zu umfassenden Profilen verknüpft

Sobald du dich also mit einer Schüssel Chips zum Binge-Watchen setzt, geht die Spionage los. Daten werden aufgezeichnet, gespeichert und vertrieben. Nachdem auch deine IP-Adresse mit dranhängt, bist du obendrein auch noch identifizierbar! Zumindest hiervor kann dein aber ein VPN-Service schützen, da er deine echte IP-Adresse verschleiert. Generell werden sämtliche Daten von den Smart TV-Herstellern und ihren Werbepartnern möglichst zu Profilen verknüpft, damit man wirklich alles über den User und seine Vorlieben weiß … Das ist übrigens kein Geheimnis, sondern wird von den Firmen ganz klar auch so kommuniziert. Deswegen: ACR solltest du lieber mal schnell deaktivieren!

Fehlende Updates: Streaming-Sticks sicherer

Was ebenfalls beim Thema Smart TV nicht ohne ist, sind die oftmals nicht vorhandenen Updates. Nicht, weil du diese nicht installierst. Sondern weil es für ältere Geräte einfach keine mehr gibt. Das hat natürlich Sicherheitslücken zur Folge, welche insbesondere bei Kameras und Mikros gefährlich werden können, da Hacker hier Schlupflöcher finden … Streaming-Sticks sind hier die bessere Wahl als Smart TV, da man sie einfach gegen ein neueres, wieder sicheres bzw. geschütztes Modell tauschen kann.

Was tun? Internet kappen, ACR deaktivieren!

Die einzig wahre Lösung gegen Datenklau und Co wäre, das Smart TV vom Internet zu nehmen. Damit ist das Gerät aber natürlich nicht mehr smart – und unpraktisch. Kann man doch nicht mehr streamen, Apps nutzen etc. Aber zumindest solltest du, wie oben schon beschrieben, die ACR-Funktion ausschalten. Das ist gar nicht so leicht, weil die Hersteller dieses Feature gerne mega-gut verstecken … Hier findest du aber für sehr viele Smart TVs How to Turn Off Smart TV Snooping Features – Consumer Reports. Und natürlich heißt es immer wachsam bleiben, um deine Daten und deine Privatsphäre nicht völlig zu „verkaufen“!


Erstellt am: 11. März 2021

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