Streitthema Gesichtserkennung: Facebook darf verklagt werden

Manch einer findet es nicht besonders prickelnd, via Gesichtserkennung durch die Speicherung biometrischer Daten auf jedem (!) Facebook-Foto erkannt zu werden. So auch eine Gruppe von US-Bürgern aus Illinois, die Facebook für die Verwendung dieses Programms gegen ihren Willen klagen möchten. Und dies jetzt tatsächlich tun können: Ein Gericht in San Francisco hat letzte Woche eine entsprechende Sammelklage genehmigt. Der Richter sieht dies als effizienteste Methode, den Streit über dieses brandheiße Thema endlich zu lösen.

Was macht die Facebook-Gesichtserkennung?

Die Funktion, die schon seit langem im Kreuzfeuer der Kritik steht, wurde 2010 von Facebook gelauncht. Anhand der biometrischen Daten versucht das Programm, Gesichter auf Fotos Nutzern zuzuordnen – namentlich. In Folge schlägt es den jeweiligen Nutzern dann vor, ihr Gesicht auf den Fotos zu taggen. Klingt gruselig, wurde aber in der EU gottseidank bereits 2012 aus Datenschutzgründen verboten.

Facebook ist sich keines Vergehens bewusst

Facebook selbst sieht das natürlich ganz anders und hält die Klage für haltlos: Der Konzern kündigte eine „energische Verteidigung“ an, um seine Interessen zu vertreten. Denn die Nutzer hätten immer die Möglichkeit gehabt, die Gesichtserkennung einfach abzuschalten. Selbst schuld also?

Der Zeitpunkt der Klage kommt für Facebook jedenfalls ziemlich ungünstig, da es im Zusammenhang mit dem Cambridge Analytica-Datenskandal momentan sowieso schon permanent Negativschlagzeilen macht. Man darf gespannt sein, wie der Richter in Sachen Gesichtserkennung entscheiden wird … Wir halten euch auf dem Laufenden.


Erstellt am:29. April 2018

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